Dorfladen Alveslohe – Einladung zu einer Gesprächsrunde

Sehr geehrter Herr Schlömer,

mit Interesse habe ich Ihren Aufsatz auf der Internetseite des BVA bzw. in der Umschau vom 28. Februar gelesen. Als Mitstreiter der Bürgerinitiative für einen Dorfladen in Alveslohe will ich wie folgt erwidern:

Woher haben Sie Ihre Informationen? Ich würde Sie sehr gerne zu einem Infoabend der Bürgerinitiative einladen, um Ihnen Tatsachen zu vermitteln.

Zusammengefasst will ich Ihnen folgende Argumente geben, die bei richtiger Betrachtung einen anderen Inhalt für Ihren Leserbrief ergeben hätten.

  1. Beim Infoabend haben wir das Konzept des Dorfladens vorgestellt. Wir haben nicht die Absicht, Mitarbeiter zu beschäftigen, die zu Mindestlöhnen arbeiten sondern wir haben in unserem Businessplan Gehälter kalkuliert, die marktüblich für die vorgegebene Tätigkeit sind.
  2. Ich habe keine Kenntnis inwieweit Ihnen das Dorfentwicklungskonzept bekannt ist. Die Träumerei, dass im Rahmen des Dorfentwicklungskonzepts ein Grossist nach Alveslohe kommt und die Versorgung sicherstellt, ist blanke Utopie. Wir haben Kontakt mit 2 von 3 dieser möglichen Grossisten. Diese bestätigen eine Kaufkraft in Alveslohe für den Betrieb eines Dorfladens, wie wir ihn entwickeln wollen, als realistisch. Größere Märkte werden keinen Betreiber finden. Das wird damit begründet, dass im Umfeld von Alveslohe in den Gemeinden Ellerau, Ulzburg, Kaki und Quickborn ausreichend Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind. Insofern sollte man bei der Größe einer Einkaufsmöglichkeit reale Zahlen berücksichtigen. – Ist eigentlich logisch?! Ein weiteres Argument in dieser Richtung ist der mit dieser Einkaufsmöglichkeit verbundene Verkehr durch Kunden und Lieferanten! Haben Sie sich an irgendeiner Stelle Gedanken gemacht, wie so etwas in einer beruhigten Dorfmitte funktionieren soll? Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Verkehrsberuhigung, die in der Eichenstraße ausgeführt wird. Das passt nicht zusammen.
  3. Das Dorfentwicklungskonzept gibt es, weil die Grüne Fraktion dies seit Jahren immer wieder einfordert. Insofern zu unterstellen, dass ein von der Grünen Fraktion mitgetragenes Dorfentwicklungskonzept gefährdet wird, entbehrt der Realität. Darüber hinaus sollten Sie sich die Zeiträume die ein solches Dorfentwicklungskonzept für eine Einkaufsmöglichkeit bedeutet, vor Augen führen. Das Dorfentwicklungskonzept soll Anfang 2019 fertig gestellt sein. Bearbeitungszeit, Zustimmung, Förderung, B-Plan, etc. mind. 1 Jahr. Bauzeit ebenfalls mind. 1 Jahr. Das bedeutet – wenn meine Annahmen positiv passen – hätten wir einen Dorfladen über das Dorfentwicklungskonzept realisiert im Jahre 2021. Wie wollen Sie gegenüber unseren älteren Mitbürgern transportieren, dass diese noch mind. ca. 3 Jahre auf Einkaufsmöglichkeiten in Alveslohe warten sollen?
  4. Zur Preisgestaltung kann ich Ihnen mitteilen, dass wir hier ebenfalls mit den Grossisten in Verhandlungen stehen. Wir bekommen die gleichen Preise, die auch in anderen Supermärkten zu bezahlen sind. Das Dorf Ihrer Großmutter in Ehren, aber hier musste der Ladenbetreiber seine Existenz aus den Einnahmen bestreiten. Wenn Sie bei der Infoveranstaltung anwesend waren, haben Sie erfahren, dass genau aus diesem Grund ein genossenschaftlich geführter Laden installiert werden soll.
  5. Sie behaupten, dass durch den Dorfladen Fördergelder gefährdet werden. Auch diese Information ist falsch. Wir haben Kontakt mit der AktivRegion Auenland und mit der EWS Group, die bestätigen, dass dem nicht so ist. Gerne gebe ich Ihnen die Kontakte, dann können Sie direkt nachfragen und sich das bestätigen lassen. Seriöse Recherche sollte einer solchen Behauptung voran gehen.
  6. Den Vorwurf der ideologischen Prinzipienreiterei kann ich nur zurückgeben. Im Übrigen verstehe ich nicht, inwieweit die Installation eines Dorfladens mit ideologischer Prinzipienreiterei zusammen hängt? Wir wollen nur Gutes für Alveslohe tun! Wenn Sie meine Ausführungen sachlich bewerten, sollten Sie eigentlich zum gleichen Ergebnis bekommen.

Abschließend will ich an dieser Stelle feststellen, dass wir den Gedanken deswegen weiter verfolgen, weil er aus Sicht der Bürgerinitiative Sinn macht.

Im Übrigen fehlt mir nach wie vor ein schlüssiges Argument gegen den Dorfladen, dem ich folgen könnte. Außer Behauptungen, wie auch in Ihrem Leserbrief angeführt, kenne ich keine offizielle Auskunft von kompetenter Stelle, die Ihre Aussagen bestätigt. Das ist eigentlich traurig.

Darüber hinaus muss ich feststellen, dass die Bürgerinitiative sich bislang in sachlicher Argumentation übt. Was zurzeit von dritter Seite vorbereitet wird, verlässt diese Ebene, was ich ausdrücklich bedauere. Ihr Leserbrief ist ein Mosaikstein mehr, der mich in meiner Annahme bestätigt.

Sehr geehrter Herr Schlömer, deswegen abschließend mein Vorschlag, vereinbaren wir beiden einen Termin und besprechen den Sachverhalt sachlich.

Dann kann man eine gemeinsame Basis finden.

Kommen Sie gerne zu unserem runden Tisch am 22. März in das Gemeindehaus Alveslohe.

Zu diesem Termin haben wir, neben Vertretern der Gemeinde und Vereinen aus Alveslohe, kompetente, sachkundige Vertreter des Landes und der fördernden Stellen eingeladen, die bestätigen können, dass Ihre Annahmen im Leserbrief nicht der Wahrheit entsprechen.

Fragen und Anregungen interessierter Bürger sind bei diesem Termin ausdrücklich erwünscht.

Die Bürgerinitiative will grundsätzlich nur das installieren, was von Ihnen im ersten Absatz des Leserbriefs geschildert wird.

Leider wird der Gedanke, an das in unserem Interesse liegende Gemeinwohl in Alveslohe, mit solchen Leserbriefen untergraben.

Man muss sich fragen was für eine Motivation Sie treibt.

Liebe Grüße

Für die Bürgerinitiative

Michael Nuckel